Die Stadtteilputzete in der Oststadt und auf dem Hardt

Die am 15.3.2008 (bzw. 14.3) durchgeführte Stadtteilputzete am war gemessen an der gesammelten Müllmenge bzw. an der Beteiligung etwa so erfolgreich wie im letzten Jahr. Der größte Erfolg wäre es natürlich, wenn die Stadt- und Landschaftputzete gar nicht mehr nötig wäre. Leider hat das Ausmaß der wilden Müllablagerungen an den Verschmutzungsschwerpunkten gegenüber dem Vorjahr noch zugenommen. Aufgrund der Müllmenge und der deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben Beteiligung an der Putzete konnte auch dieses Jahr bei weitem nicht das angestrebte Ziel - die Oststadt, den Hardt und vor allem das Buchhölzle vom Müll zu befreien - erreicht werden. Insbesondere im Buchhölzle im Bereich der Hardtsiedlung, aber auch am Mühlweg war eine Nachputzete dringend notwendig.


Der Erfolg einer Putzete misst sich nicht nur an der Zahl der gefüllten Müllsäcke, sondern auch an der Zahl der Menschen, die bereit sind sich daran in irgendeiner Form zu beteiligen. Die Chance an der Putzete mitzuwirken wurde diesmal allen Bürgern der Oststadt und des Hardts geboten. Von der im Zusammenhang mit der Putzete bis Ostern eingerichteten Müll-Hotline für Oststadt und Hardt wurde leider sehr wenig Gebrauch gemacht. Nicht nur die Unterstützung durch Hinweise auf wilde Müllablagerungen etc., sondern auch die Teilnehmerzahlen an der Stadtteilputztete waren trotz rechtzeitiger Ankündigung über Tageszeitungen, Handzettel und Plakate enttäuschend.


Auch das Engagement von Schulen und Kindergärten in der Oststadt ließ zu wünschen übrig, da von diesen keine Anmeldungen zur Putzete zu verzeichnen waren. Bedauerlich ist ganz besonders, dass gerade die Einrichtung, die im Gegensatz zu den übrigen Bewohner der Oststadt bei der Stadtverwaltung immer ein offenes Ohr hat, sich auch diesmal wieder nicht an der Stadtputzete beteiligt hat, obwohl sie diesmal mittels Plakat dazu eingeladen wurden. Diese Schule, gemeint ist das Landesgymnasium für Hochbegabte (LGH), sollte wissen und beispielhaft zeigen, wie man sich als “Neubürger” am besten in sein Umfeld integriert Kommentar . Wenn einmal der Zugang zum Universitätspark für die Oststadtbewohner, entgegen aller Zusagen, völlig untersagt wird (zwischen 20 und 6 Uhr schon heute Wirklichkeit), dann wird das LGH vermutlich für immer ein Fremdkörper in der Oststadt bleiben.


Grundsätzlich können auch Kindergärten an der Stadtputzete teilnehmen, es gibt hier von Behördenseite keine grundsätzlichen hygienischen oder haftungstechnische Bedenken. Dies wird schon in der regelmäßigen Teilnahme der Kindergärten am Hardt an der Stadtputzete deutlich. Manche/r Erzieher/in bzw. Pädagoge/in in der Oststadt sollte sich weniger Gedanken machen mit welchem Schmutz, die mit Handschuhen ausgerüsteten Kinder bei der Putzete in Kontakt kommen. Sie sollten sich vielmehr ernsthafte Sorgen darüber machen in welchem Umfeld ihre Kinder ihre Freizeit verbringen müssen. Bei der Teilnahme von Kindergärten steht sowieso weniger die Größe der gesammelten Müllmenge, sondern vielmehr der erzieherische Effekt im Vordergrund, der vielleicht sogar auf die Eltern ausstrahlt. Mit der Teilnahme an einer Putzete kann ein erster Grundstein für ein gesundes Umweltbewusstsein gelegt werden, das gerade in sozialen Brennpunkten bei vielen leider noch immer deutlich unterentwickelt ist.


Beim Einsatz von Schulklassen sollte man sich allerdings neben dem erzieherischen Effekt auch einen erkennbaren Beitrag bei der Beseitigung des Mülls versprechen, insbesondere wenn es sich um ältere Schüler aus Haupt-, Realschulen oder Gymnasien handelt.

Bei all den kritischen Anmerkungen darf das Lob für die an der Oststadtputzete beteiligten Gruppen nicht zu kurz kommen. In diesem Zusammenhang muss der Jugendtreff Ost dieses Jahr ganz besonders herausgehoben werden, der mit 13 Kindern dem Müll in der Werrenwiesenstraße, dem Mühlweg und dem Buchhölzle bereits am Freitagnachmittag, trotz Regens auf den Leib gerückt ist. Die Anzahl der Müllsäcke ließ großen Einsatz erkennen, aber dennoch waren die Kinder der Müllmenge rund um den Mühlweg nicht gewachsen. Der Mühlweg bleibt vorerst leider noch ein Müllweg. Belohnt wird der lobenswerte Einsatz der Kids mit einem gemeinsamen Kino-Besuch, der mit der Startprämie von 80€ finanziert wurde. Für die Plakate, mit den sie ihre Umfeld zur Mitwirkung an der Putzete aufgefordert haben verdienen sowohl die Kids als auch die Betreuer des Jugendzentrums Ost ebenfalls ein ganz besonderes Lob.