Die wilden Müllablagerung asozialer1 Mitbürger sind nicht das einzige Ärgernis in der Oststadt , auch das ‘asoziales’ Verhalten der Stadt macht zunehmendem Unmut!


Öffentlichkeit wird entgegen Zusage der Stadt allmählich aus dem Unipark verdrängt !

Im Umfeld und im Unipark gibt es drei verschiedene Schildertypen, die die Nutzung des Uniparks regeln:

1) Am Ende der Werrenwiesenstraße steht ein Schild, das vom Ordnungsamt der Stadt Schwäbisch Gmünd angebracht wurde und einen Auszug aus der Polizeiverordnung wiedergibt. Es wird darauf hingewiesen, wie man sich zu verhalten hat und welche maximale Geldbusse (1000€) bei Verstoß gegen die Regeln verhängt werden kann. (Stellt sich die Frage was eine Strafandrohung von bis zu 1000 Euro bewirkt, wenn die Verletzung der Regeln in der Regel nicht geahndet wird?) Das Schild gibt keine Zeiten an in denen das Betreten des Uniparks verboten ist, sondern untersagt lediglich ruhestörenden Lärm und laute Musik nach 22.00 Uhr!


2) Auf das zweite Schild trifft man an den Zugängen zum Universitätspark. Es ist von der Ortspolizeibehörde der Stadt Schwäbisch Gmünd ausgestellt und weist auf vergleichbare Verhaltensregeln hin wie ersteres. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass der Unipark zwischen 20 und 6 Uhr geschlossen sei. Der Aufenthalt sei in dieser Zeit nur für Studierende, Lehrende und vertragliche Nutzer erlaubt. Verstöße gegen die Regeln stellten Ordnungswidrigkeiten dar! Diese Regelung widerspricht der vom Gemeinderat am 30. 01. 2008 verabschiedeten Polizeiverordnung, die ein Betretungsverbot nur zwischen 22:00 und 6:00 vorsieht. Nach Angaben einer Mitarbeiterin des Baudezernates bestimmt nicht die Polizeiordnung, sondern eine vom Hochbauamt festgelegte Hausordnung den Zutritt zum Unipark. Da stellt sich die Frage, warum der Zutritt zum Unipark auch in der Polizeiverordnung festgelegt ist. Von Seiten des Hochbauamtes wird zur Besänftigung der Gemüter betont, dass das Zutrittsverbot zum Unipark zwischen 20 und 6 Uhr großzügig gehandhabt wird. Aber der Baubürgermeister hat einst den Bürger der Oststadt zugesagt, dass die Nutzung des Uniparks für die Öffentlichkeit durch das Landesgymnasium für Hochbegabte nicht wesentlich eingeschränkt wird. Die Sperrung des Unipark in den Abendstunden ist insbesondere im Sommer keine unwesentliche Einschränkung, es ist eine Frechheit.


3) Das dritte Schild, das mit Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd unterzeichnet ist, begegnet einem, wenn man die Tennisplätze bzw. den Basketballplatz betreten will. Hier wird im Gegensatz zu den vorgenannten Schildern direkt auf das LGH Bezug genommen. Es regelt die Zeiten in denen das LGH den Vortritt bei der Nutzung der Sportanlage hat. Obwohl nicht eindeutig durch das Schild geregelt, wird die Öffentlichkeit im Gegensatz zu den LGH-Angehörigen ab 20 Uhr mit dem Hinweis, dass der Aufenthalt im Unipark für Unbefugte verboten sei, vom Platz und aus dem Park gewiesen. Bei einer telefonischen Nachfrage beim Leiters des Ordnungsamtes wurde mir sehr deutlich mitgeteilt, dass außer LGH-Angehörigen überhauptniemand etwas auf dem Basketballplatz und den Tennisplätzen zu suchen hätte. Es handle sich hier um Einrichtungen des LGH . Diese Aussage steht natürlich im totalen Widerspruch zum derzeit an der Sportanlage angebrachten Schild, lässt jedoch erahnen, dass sich auch hier bald etwas grundsätzliche für die Öffentlichkeit ändern wird.

Der Grund für die Neuinterpretation der Zugangsberechtigung zum Unipark ist im wesentlichen eine Folge eines Vorfalls, bei dem ein Schüler des LGH mit einem Messer bedroht wurde, nach dem er unnötigerweise von diesem LGH-Schüler provoziert wurde. Obwohl dieser Fall weit weniger dramastisch war als er von Seiten der Schule bzw. der Eltern dargestellt wird, ist er für die veränderte, auf Druck der Eltern zustandegekommene Zugangsregelung verantwortlich. Neben diesem Vorfall soll es gemäß Wachdienst (WSD) weitere Zwischenfälle gegeben haben, zu denen aber nähere Angaben verweigert werden. Darüber hinaus soll es zu Schmierereien an den Gebäuden des Internats gekommen sein. Zu sehen sind aber nur ein paar einfache Graffitis bzw. Tags an einem geradezu provozierend hässlichen Betonanbau an einem der Internatsgebäude. Selbstverständlich sind diese Graffitis unzulässige Sachbeschädigungen, sie haben aber, wie die Fotos zeigen, auf jeden Fall einen höheren künstlerischen Wert als die weißgetünchte Betonwand. Bisher hatte die zeitgenössische Kunst, Graffitis gehören dazu, im Unipark immer eine Heimat. Jetzt nichtmehr?

Es gibt sicher bessere Möglichkeiten die Schüler und die Gebäude zu schützen, als die Öffentlichkeit auszusperren. Auch hier sollte man das Motto des diesjährigen Stadtteilfestes “miteinander- füreinander” berücksichtigen und eine bessere Integration der Schule in die Oststadt anstreben, anstelle allmählich ein Ghetto für Hochbegabte zu schaffen!


1 Der Begriff asozial wird hier bewusst im Sinne sowohl der theoretisch korrekten Bedeutung des Wortes (asozial=“ein von der geforderten bzw. anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Individualverhalten”) als auch der damit üblicherweise verbundene Bedeutung antisozial (=” gemeinschaftsschädigend “) verwendet. Der Begriff soll provozieren, damit die Botschaft bei den Verantwortlichen ankommt!!


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Ergänzung vom 21.9.2008 zum obigen Text des Posters 2008 des AK “Sauberer Stadtteil”:

Bei einem Spaziergang am 21.9.2008 fiel mir beim Betreten des Uniparks folgendes Schild mit einer nochmals überarbeiteten Benutzungsordnung für den Universitätspark auf.

img_3535_neues_schild.gif

Die wichtigste Änderung für den Normalbürger ist, dass der in der Benutzungsordnung angegebene Zeitraum, in dem der Aufenthalt im öffentlichen Universitätspark untersagt ist, wieder an die gültige Polizeiverordnung angepasst wurde. Dies bedeutet, dass alle Bürger künftig den Universitätspark wieder von 6 bis 22 Uhr nutzen können, d.h. die Zeiten, in denen die Bürger vom Sicherheitsdienst um 20 Uhr aus dem Park gewiesen worden sind, sind hoffentlich endgültig vorbei.

Offensichtlich wurden hier von Seiten des Hochbauamtes und des Ordnungsamtes doch zunächst Nebelbomben geworfen, um das nicht ganz korrekte Vorgängerschildes vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Die Tatsache, dass die Scheinerklärungen von Seiten der Stadt (Hochbauamt) im Rahmen des Stadteilforums von den wenigen Bürgervertretern aus der Oststadt nicht kritiklos hingenommen wurde, hat offensichtlich bewirkt, dass die Stadtverwaltung ihre heimlichen Bemühungen, die Bürger aus dem Unipark allmählich völlig zu verdrängen, zunächst auf Eis gelegt hat. Das Beispiel zeigt, dass von Seiten der Stadtverwaltung die Rechte der Bürger nur dann geachtet und die Zusagen der Stadtoberen nur dann eingehalten werden, wenn die Bürger selbst darauf achten. Gegenüber der Stadtverwaltung kann man seine Interessen nur wahren, wenn man stets folgende alte Weisheiten beherzigt:

 

                            “Holzauge sei wachsam”   bzw.        “Wehret den Anfängen”                                 !


Wer also seine Rechte als Bürger wahren und sein gewohntes Lebensumfeld erhalten möchte, der sollte immer aufmerksam sein und jede auffällige Veränderungen am Besten mit Fotografien dokumentieren. Dies sollte im Zeitalter der Digitalfotografie kein Problem sein. Auch in einer Demokratie bekommt man seine Rechte nicht nachgetragen; aber man hat sie wenigstens. Es wird aber immer und überall Menschen geben, die die Rechte ihre Mitmenschen aus egoistischen Gründen ignorieren und zu unterlaufen versuchen. Man sollte nie vergessen, das die Stadtverwaltung eigentlich nur im Auftrag ihrer Bürger, d.h. in unserem Auftrag arbeitet. Leider wird diese Tatsache von sehr vielen Verantwortlichen in der Schwäbisch Gmünder Stadtverwaltung offensichtlich verdrängt. Oder sollte diese Tatsache in der Stadtverwaltung etwa teilweise gar nicht bekannt sein? Dann sollten wir daran unbedingt etwas ändern!


Der Sprecher des Arbeitskreises “Saubere Stadtteil” J. Herzer