Der Leuchtturm vom Hardt - Die Sonne des Buchhölzles

Der Montessori-Kindergarten Sankt Peter und Paul


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Das Leitbild des Montessori Kindergartens ist auch das Leitbild der übrigen katholische Kindergärten und Kindertagheime der Schwäbisch Gmünder Kirchengemeinden Sankt Franziskus und Sankt Peter und Paul. Im Unterschied zu den anderen Kindergärten lebt der Montessori-Kindergarten dieses Leitbild.

Gelebt wurde dieses Leitbild auch im Kindergarten St. Christopherus in der Oststadt, der leider im Jahre 2008 geschlossen wurde, obwohl dieser nicht nur aufgrund seiner Erzieher, sondern auch aufgrund seiner Lage, wesentlich besser als der städtische Kindergarten Regenbogenland dafür geeignet gewesen wäre, die Herausforderungen des sozialen Brennpunkts Oststadt erfolgreich zu meistern.

Der städtische Kindergarten Regenbogenland, der das Einzugsgebiet des Kindergartens St. Cristopherus übernahm, ist trotz seiner Ganztagesgruppe, die auch nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik arbeitet, nicht bereit sich auch nur einem annähernd vergleichbaren Leitbild zu stellen. Vielleicht liegt dies in der Zwiespältigkeit der Montessori-Pädagogik begründet, die zum einen das absolute freie Lernen des Kindes fordert und auf der anderen Seite Disziplin verlangt und verbietet was dem Allgemeinwohl schadet. Manche Pädagogen meinen offenbar (siehe Wikipedia-Beitrag), dass diese beiden Forderungen nicht vereinbar sind, und andere greifen sich den Teil heraus, der ihnen mehr zusagt. Die Bezeichnung "Montessori-Pädagogik" kann aber nur derjenige für sich beanspruchen, der sich versucht den scheinbaren Widerspruch in Einklang zu bringen. Gute Pädagogen wissen, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind, die man ernst nehmen sollte. Zum ernst nehmen gehört es aber auch den Kindern die Grenzen, die für ein friedliches (dem christlichen Menschenbild entsprechendes) Miteinander notwendig sind, aufzuzeigen. Ganz ohne Belohnung und Strafe (Kritik) geht das vermutlich kaum. Ein gutes Vorbild und positive Verstärkung sind jedoch Erziehungsansätze, die Machtworte und Bestrafung am ehesten überflüssig machen können.
Die Bewahrung der Schöpfung und die Sicherstellung eines friedlichen und rücksichtsvollen Miteinanders sind zentrale Forderung von Christentum und Islam, der beiden am stärksten vertretenen Religionen in der Oststadt und auf dem Hardt. Offenbar sind dem Staat bzw. der Stadtverwaltung heutzutage andere Dinge, wie etwa maximale "Effizienz" und maximaler "Spassfaktor", wichtiger. Es stellt sich die Frage, ob Erziehung ganz ohne ein Leitbild eine Aussicht auf Erfolg hat und ob diese Haltung mit dem Geist unseres Grundgesetzes vereinbar ist? In der Präampel des Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland heißt es immerhin:
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“.
Ganz unabhängig davon ist eines sicher: Montessori-Pädagogik ist nicht gleich Montessori-Pädagogik.

Auch ein sehr ehrgeiziges Leitbild ist nichts wert, wenn es nicht mit Taten untermauert wird. Manche verkünden vor allem, dass sie sich dem Anspruch stellen, einen Beitrag zur Heranbildung einer Verantwortungselite in einer demokratischen Gesellschaft zu leisten, und andere tun einfach etwas konkretes dafür, dass verantwortliches Verhalten zu etwas selbstverständlichem wird. Das ist alles nichts Neues, denn gemäß dem Evangelisten Matthaeus war dies schon vor fast 2000 Jahren nicht anders. Jesus, der von Christen und den meisten Muslimen als Messias (gr. Christus, arab: al-masīh oder al-Mahdi, dtsch: der Gesalbter bzw. der Rechtgeleitete) verstanden wird, machte unmißverständlich deutlich, was Gott von uns in diesem Zusammenhang erwartet (Mt 7, 12-20).

Wenn Pädagogen ihre Verantwortung nicht ernst nehmen, hilft auch das Förderprogramm "Soziale Stadt" nicht dabei, einen sozialen Brennpunkt zu entschärfen. Wenn bereits der Wille fehlt, die Probleme zu erkennen und zu lösen, dann hilft Geld auch nicht weiter. Der Hardt hat einen Leuchtturm, den Kindergarten St. Peter & Paul. Man kann nur hoffen, dass er nicht auch ein Opfer des Förderprogramms "Soziale Stadt" oder der Stadtverwaltung wird. Wenn das Förderprogramm "Soziale Stadt" auch am Hardt kommen sollte, wäre es wünschenswert, wenn das Fördergeld dort nicht nur in seelenlose städtische Einrichtungen und Gebäude fließen würde, sondern wenn zusätzlich auch der Geist des Montessori-Kindergartens St. Peter und Paul in alle pädagogischen Einrichtungen auf dem Hardt und besser noch in ganz Schwäbsich Gmünd einziehen würde.

Arbeitskreis "Sauberer Stadtteil" des Stadtteilforums der Gmünder Oststadt - Copyright JHz 2011